Moviepapst 1 - Zen-Cart 1.5 - deutsche Version

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Moviepapst 1

Jeder Mensch möchte sich irgendwie mitteilen - viele Millionen bei facebook - viele tausende in Foren - und ich hier.


Die folgende Geschichte ist mir persönlich sehr Wichtig, und ich möchte Sie daran teilhaben lassen.

Sie ist Wahr und mit viel schwarzem Humor gefüllt - wird aber noch ergänzt!
Teilweise ist sie aber auch traurig (zumindest für mich)

Ich bin froh, das noch ein paar Bilder für diese Geschichte verfügbar sind.
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Ich bin Jahrgang 1964 - nie verheiratet - eigene Kinder sind mir nicht bekannt.
Bis 2006 war ich LKW-Fahrer - inkl. der Bundeswehrzeit von 4 Jahren waren es ca. 20 Jahre.
20 Jahre auf der Strasse - wenig zu Hause - die letzten 6 Jahre im Fernverkehr.
Da war ich immer mindestens 3 Wochen am Stück in Europa unterwegs.
Gelebt in der Blechkabine - teilweise in Doppelbesetzung.

Da war ich noch stolzer Trucker bei der Firma Wallenborn (schmunzeln ist natürlich erlaubt)smiley

Mein Bauch kam erst später zu mircrying

Und hier mein Truck bei dieser Firma - da war noch alles gut



Das war am Anfang ganz Nett, hörte dann aber irgendwann auf Nett zu sein, da mein Privatleben völlig Kaputt war.
Keine Beziehung und auch keine Freunde mehr (da man ja immer weg war).
Ich wurde depressiv und auch aggresiv - schnell wurde mir klar, das eine Veränderung eintreten mußte.
Außerdem war ich der festen Überzeugung mehr drauf zu haben.
Aber was?

Ein alter Bekannter, welcher mich irgendwie an meinen früh verstorbenen Vater Arno erinnerte, fragte mich zufällig zu diesem Zeitpunkt:
"Hast Du nicht Lust zu mir nach Dänemark zu kommen?
Das passte mir sehr gut und ich sagte spontan "Ja".
Mit meinen damaligen Arbeitgeber hatte es eh Probleme gegeben.
Und das bei ca. 3.600 Euro NETTO und über Luxenburg versichert. (eine Zeit lang habe ich dort auch gelebt)

Hier mein Golf 2 (hinten sieht man eine Laderampe vom (alten) Findelairport in Luxenburg)



Das war ne Menge Geld, aber mir war das Geld mittlerweile sowas von Egal das ich den Umzug schnell vornahm.
Ich meldete mich Krank wegen Rückenschmerzen (altes Fahrerleiden - heute weiss ich, das man Rückenschmerzen auch am Schreibtisch bekommt) und verschaffte mir somit ein bisschen finanzielle  Luft.
Die Kündigung der Firma hatte ich auch bekommen.

Mein Standort war bei Kassel (Nordhessen)
Ich packte mein bisschen Privatzeug in den Opel Corsa A.
Wer sich auskennt,  weiss das da nicht viel reingeht.
500 km später war ich am Ziel.

Das war der Opel:



Es erwartete mich mein alter Bekannter (der irgendwie dicker geworden war).
Ich wußte das es ab nun nicht einfach wird, da alles fremd für mich war.
Mein Schlafplatz war für mehrere Wochen eine Luftmatratze auf dem Fussboden bei ihm und wir waren in dieser Zeit fast immer 24 Stunden zusammen.
Ich fand es sehr interessant was er sich aufgebaut hatte, da ich über Jahre die Entwicklung immer nur telefonisch mitbekam.

Ich wußte sofort: wer etwas erreichen will und hart arbeitet hat eine Chance.
Aufhören gilt nicht - egal wie schwer es wird.
Und genau das hatte sich fest in meinem Kopf eingebrannt und hier beginnt die eigentliche Geschichte vom Moviepapst:


Ich suchte mir in Flensburg ein möbliertes Zimmer und meldete mich Arbeitslos.

Das war mein möbliertes Zimmer (Luxus pur)

Da wollten die mir beim Arbeitsamt doch glatt eine Arbeit geben.
"NeNe" sagte ich - ich möchte mich lieber Selbstständig machen.
"Na das ist ja toll" bekam ich zur Antwort.
"Was soll es denn sein"?
Ich sagte: "Ich möchte Filme verkaufen über das Internet"

Mittlerweile hatte ich ja einen Crashkurs am Computer hinter mir dank meines alten Bekannten und war bei diversen Internetportalen angemeldet.
Bescheiden wie ich bin nannte ich mich dort: lord-of-nirwana
Heute weiss ich das nirwana mit v also nirvana geschrieben wird.
Egal - interessiert eh keine Sau wie man sich nennt.

Ich machte einen 2-Tägigen Test über das Arbeitsamt mit, und meine Idee wurde für gut befunden.
Mann...was muss ich denen erzählt haben.
Somit besuchte ich ein 6-Wöchiges Existenzgründersemminar und schwafelte alle so voll, das alles ohne Probleme genemigt wurde.
Große Fresse - keine Ahnung... manchmal hilft das sogar.

Ich suchte mir einen Laden in Flensburg aus, der preiswerter war als das möblierte Zimmer, meldete ab dem 01.04.2007 mein Gewerbe an und bezog Arbeitslosengeld von ca. 900 Euro plus 300 Euro für Sozialleistungen.
Sehr wenig Geld, wenn man vorher 3.600 Euro zur Verfügung hatte.
Und das gab es nur für 9 Monate. (auf Antrag auch etwas länger)

 

Und jetzt kommt... - der erbärmlichste Laden (wahrscheinlich weltweit) aber ich war schon wieder mal Stolz wie Oskarcheeky

Das war mein Arbeitsplatz - der Schreibtisch war ein Kunstwerk aus einer Holzplatte & Holzstützen aus dem Baumarkt für ca. 70 Euro.

Vor der Eröffnung nutze ich die Regale als Ablage für meine Klamotten:

Später waren sie in Kisten hinter der weißen Theke (da sollte eigentlich immer ne hübsche Blondine hin...)

Die Ladenmiete (warm) war 290 Euro plus Strom und Internet.
Die Adresse war Neustadt 11 in 24939 Flensburg und ich nannte mich "Flensburger Filmfreunde" und bei einer 2. kurzen Gewerbeanmeldung "Moviepapst"
Der Raum war ca. 20 qm groß und es gab eine kleine Toilette mit Dusche.
Das wurde dann auch meine Meldeadresse - geht eigentlich nicht, aber Interessiert hat es auch keinen - genauso wenig wie es das Arbeitsamt interessierte was ich so mache.

Geschlafen habe ich auf einer gebrauchten Klappliege (für 7 Euro) vor dem Schaufenster.

Bevor ich schlafen ging, hing ich noch immer einen Kopfkissenbezug vor das Glasfenster der Ladentür.

(Schick ist wirklich anders...)

Da die Räumlichkeiten vorher ein Bestatter genutzt hatte, war vor dem Schaufenster eine Abtrennung aus Holz.
Gott sei Dank - wer will mir schon beim Schlafen zuschauen.
Die Einrichtung war bescheiden  - eher lächerlich bis erbärmlich - aber was sollte ich machen ohne Geld.

Erspartes hatte ich keines, da ich auf meinen LKW-Fahrten aus Frust das meiste Geld  durchbrachte.
Wie bereits erwähnt - Ahnung hatte ich keine von allem, aber ich wußte dass ich was dabei lernen werde.
Es war mir auch klar, das nach der letzten Zahlung vom Amt erst mal wieder Schluß sein würde, wenn kein Wunder geschieht.
Es sei jetzt schon erwähnt, das kein Wunder geschah.

Ich eröffnete also einen Laden ohne Ahnung, ohne Geld und tatsächlich...auch fast ohne Ware.
Diese Ware ergatterte ich im Promarkt in der DVD-Wühlkiste und fühlte mich stolz wie Oskar.
50 tolle Filme zum Stückpreis von nur 2 Euro.
Tolle Filme???
Da es ca. 2 Wochen dauerte bis der 1. Kunde hereinkam (wahrscheinlich aus Mitleid) hatte ich genug Zeit mir die Filme an meinem PC anzuschauen - diesen hatte ich mir in 3 Monatsraten ergattert.
Mit Schrecken und auch ohne Fachwissen war klar zu erkennen, das diese "tollen Filme" mit Sicherheit nie einen Käufer finden würden.
Also 100 Euro in den Sand gesetzt und sogleich meine 1. Kauf-Erfahrung mit dem Medium gemacht.

Das sollte mir nicht noch mal passieren - so dachte ich.
Der 1. Kunde welcher mich besuchte war dann auch jemand der Ahnung hatte und bestätigte mir meinen Fehlkauf.
Die Filme entsorgte ich dann fachgerecht im Müll.
Ein Bekannter von meinem Bekannten hatte aber ein Herz und gab mir ca. 100 Filme für kleines Geld damit ich was im Laden hatte.
Ich habe diese dann im Laden verteilt, sodass es "fülliger" aussehen sollte.
Aber Filmperlen waren das auch keine.
Mein Gott, was fühlte ich mich erbärmlich.

Mit der Zeit lief der Laden etwas besser - fast jeden Tag kam jemand herein und ich verkaufte sogar manchmal etwas.
Regelmäßig zum 20. eines Monats war mein Geld alle - das Geld in der Kasse ging dann für Döner drauf.
Für was braucht man auch Wechselgeld - kommt eh keiner.
Doch dann kam der Aufschwung.
Ich kam nach mehreren Monaten auf einen Rekordumsatz von um die 500 Euro  - nicht täglich...Monatlich!!!
Mit der Zeit hatte ich sogar 2 Stammkunden.

Nach ca. 5 Monaten wechselte ich die Lokalität im Haus und bezog den Nachbarraum.
War auch vom damaligen Bestatter.
Nein - ich mußte nicht mehr vor dem Schaufenster schlafen - es gab einen hinteren Raum.
Ich konnte von einem Bekannten (ja -  mittlerweile kannte ich hier Leute) preiswert ein Bett bekommen.
Leute...fast ein halbes Jahr auf einer Klappliege - und das mit 42 Jahren als "erfolgreicher Geschäftsmann".
Ich fühlte mich wieder als Mensch.

Mittlerweile hatte ich dann weit über 500 DVDs im Laden (nicht Titel !!!) und mein Ruf ging weit über die Neustadt hinaus - sogar bis zur Nachbarstrasse hin.
Mein Umsatz überschlug sich und ich setze sogar schon fast 1000 Euro um - leider auch hier nur Monatlich.
Ich gönnte mir einen Fensterputzer und hatte auch einen Schrauber, der mir bei Umbauten in meinem kleinen Imperium half.
Die 9 Monate Fördergelder vom Amt waren fast zu Ende und ich wußte das es Zeit wird was zu Ändern.

Hier mein Fensterputzer bei der Arbeit: (und der Laden sah trotzdem immer erbärmlich aus)



Ich hatte mittlerweile eine Bekanntschaft zu einem Videotheken-Pächter, welcher mir dann nach den 9 Monaten 3-Mal die Woche den Laden in Eigenregie schmiß, als ich wieder in Luxemburg auf den LKW stieg.
Doch  schon nach  6 Wochen kam ich zurück (Ende Januar 2008),
da es die Flughafengesellschaft vom Findel-Airport überhaut nicht Lustig fand das ich an alle Fahrerkollegen Pornofilme verkaufen wollte.
Ich habe halt nur meine Verkaufskünste noch nebenbei nutzen wollen.
Das Gewerbe habe ich dann erst mal abgemeldet aber den Laden behalten.
War ja auch Zeitgleich meine Meldeadresse.

In Flensburg bekam ich dann einen Job als LKW-Fahrer bei der Firma Nielsen & Söhne (große Tüten - kleine Löhne).
Ich mußte ja Geld verdienen.
Nach mehreren Monaten wechselte ich zu einer dänischen Firma (Daugard) und wurde als Fahrer über Luxenburg eingestellt.
Nach fünf Monaten hatte ich einen Arbeitsunfall (welcher nicht anerkannt wurde) schleppte mich aber unter Schmerzen weiterhin zur Arbeit.
ich wollte ja die Probezeit von 6 Monaten überstehen, da ich den Job gut mit dem Laden hätte kombinieren können.
Jedoch wurde mir gekündigt, da ein anderer Mitarbeiter, der schon länger dabei war, es schaffte bei der Geschäftsleitung dafür zu sorgen das ein Freund von ihm meine Stelle bekam.

Daraufhin meldete ich mich endlich krank.
Es wurde auch Zeit - ich wurde an der Schulter operiert.
Ich renovierte danach mit Hilfe meines Schraubers den kleine Laden, damit ich später, wenn ich gesund war, wieder anfangen konnte.
Ich hatte ja nun etwas Geld verdient.
Dazu nahm ich mir einen Partner mit Piercing und Gothic-Klamotten.
Ich fand das eine nette Mischung.

Im Frühjahr 2009 kam ich dann für 3 Wochen in eine Rehaklinik.
Der Partner fing in der Zeit schon im Laden an.
Allerdings stellte ich bei der Rückkehr fest, das er mich bestohlen hatte.
Es sah im Laden aus wie Sau.
Daraufhin brach ich fast zusammen und konnte nicht mehr.

Der Laden wurde geschlossen und ich zog übergangsweise zu meinem Schrauber den ich vorhin schon erwähnt hatte.
Dummerweise stellte sich heraus das er 2-Geschlechtlich gepolt war und tierisch auf mich stand.
"Hört denn das Elend niemals auf" dachte ich mir so.
Nachdem ich im Verklickert habe, das ich mein Bett für mich alleine möchte ging es noch ein paar Wochen gut.
In der ganzen Zeit hatte ich nebenbei versucht einen Onlineshop zu bekommen, was die nächste und längere Geschichte wird.

Diese beginnt hier: MP-2

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